Organspende: Jeder soll entscheiden

Im August 2013 haben wir jedem Versicherten ab 16 einen Organspende Ausweis und weitere Informationen geschickt. Der Sinn der Sache: Wir wollten aufrufen, den Ausweis auszufüllen und einzutragen, ob sie Organspender sind.

Dazu hat uns der Gesetzgeber verpflichtet. Wir haben solche Aufrufe aber auch schon vorher gemacht. Warum? Erstens weil Organspenden und Organtransplantationen Tausende von Menschenleben retten und bei Beachtung der Regeln, die das deutsche Transplantationsgesetz festlegt, unseres Erachtens ethisch unbedenklich sind. Zweitens weil ein ausgefüllter Organspende Ausweis im Falle eines Falles Ihren Angehörigen die Entscheidung über eine Organspende erspart. Und drittens weil das auch dann gilt, wenn Sie keine Organe spenden wollen; der Organspende Ausweis sieht nämlich auch die Antwort „Nein“ vor.

In der Vergangenheit wurden in nennenswertem Umfang Manipulationen rund um die Verteilung von Organen bekannt; im Wesentlichen hatten Ärzte die von ihnen betreuten Patienten auf dem Papier kranker gemacht, als sie waren, um ihnen einen besseren Platz auf der Warteliste zu verschaffen. Das ist nicht harmlos: Man muss damit rechnen, dass andere Patienten mit dringlicherer Diagnose gestorben sind, weil sie wegen dieser Manipulationen nicht rechtzeitig auf den OP-Tisch gelangten.

Die Manipulationen waren aus heutiger Sicht umso schädlicher, weil der eingetretene Vertrauensverlust die Bereitschaft zur Organspende in weiten Teilen der Bevölkerung verringert hat. Um der Menschen auf der Warteliste willen finden wir das wiederum bedrückend.

Denn trotz aller offenbar gewordenen kriminellen Energie sind Manipulationen im Zusammenhang mit Organspende und Organentnahme bisher nicht bekannt geworden. Sie sind auch – in Deutschland – sehr unwahrscheinlich, weil die Gefahr der Entdeckung groß ist und die Strafen hart wären.

Wenn Sie sich entscheiden wollen aber noch nicht sicher sind, ob Sie Organspender sein wollen, erlauben wir uns einen einzigen Rat: Fragen Sie sich, ob Sie ihrerseits ein Spenderorgan zur Rettung Ihres eigenen Lebens annehmen würden. Redlicher Weise kann die Antwort auf beide Fragen nur dieselbe sein.

Hier können Sie sich einen Organspende Ausweis ausdrucken.

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