Organisatorisches - wer macht was?

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)

Wenn ein Organ transplantiert werden soll, müssen viele Verantwortliche eng miteinander kooperieren: Angehörige, Intensivmediziner, Pflegepersonal, Neurologen, die Vergabe-Stiftung, Eurotransplant, Eil-Kuriere und Transplantationschirurgen.

Ziel der DSO ist es, schwerkranken Menschen, die auf den Wartelisten verzeichnet sind, so schnell wie möglich eine Transplantation zu vermitteln. In den sieben Regionalzentren in Berlin, Essen, Hannover, Leipzig, Mainz, Stuttgart und München sind daher die Telefone rund um die Uhr besetzt.

Sobald bei einem Patienten der Verdacht auf Hirntod besteht, wird die zuständige regionale Koordinierungsstelle der DSO informiert. Diese vermittelt dann bei Bedarf unabhängige Neurologen, die die Hirntod-Diagnostik nach den strengen Vorgaben der Bundesärztekammer durchführen.

Liegt die Zustimmung zur Organspende vor, muss alles zügig und routiniert ablaufen: Die DSO übermittelt die Daten des gespendeten Organs an die Stiftung Eurotransplant.

Um den empfangenden Menschen zu schützen, veranlasst der DSO nun verschiedene Labor Untersuchungen, die ausschließen, dass der verstorbene Mensch an einer übertragbaren Krankheit, einer Infektion oder einem Tumor erkrankt war. Darüber hinaus werden die Organfunktionen, die Blutgruppe und die Gewebemerkmale getestet. Die DSO leitet die Daten weiter und organisiert den Organtransport. Während die Organe entnommen und für den Transport übergeben werden, bereiten die Chirurgen des Transplantationszentrums den Empfänger für die Transplantation vor.

Eurotransplant

Die Stiftung Eurotransplant vermittelt die gespendeten Organe in den europäischen Ländern Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Slowenien und Ungarn.

Bei Eurotransplant laufen die Daten aller Patienten, die in einem der angeschlossenen Länder auf eine Transplantation warten und die Daten der gespendeten Organe zusammen. Die relevanten Daten der wartenden Menschen erhält Eurotransplant aus den Transplantationszentren. Die Informationen über die gespendeten Organe werden von der DSO weitergeleitet.

Wird ein Spender gemeldet, so ermittelt Eurotransplant computergesteuert die passenden Empfänger von der Warteliste.

Als Kriterien für die Organvermittlung werden die medizinische Dringlichkeit sowie die bisherige Wartezeit auf ein Spenderorgan berücksichtigt. Ferner gibt es noch je nach zu vermittelndem Organ unterschiedliche Kriterien wie Übereinstimmung der Blutgruppe und Gewebemerkmale von Spender und Empfänger, die bei der Entscheidung der Vergabe herangezogen werden.

Um diese zu beurteilen, wird aus objektiven Laborwerten der sog. MELD-Score berechnet. Dieser ist ein Maß für die Wahrscheinlichkeit des erkrankten Menschen, ohne Transplantation innerhalb der nächsten drei Monate auf der Warteliste zu versterben. Er gibt somit die Dringlichkeit der Transplantation wieder. Welche Kriterien bei der Verteilung der Organe in Deutschland durch Eurotransplant zu berücksichtigen sind, ist durch die Bundesärztekammer festgelegt.

Sobald die Empfängerin oder der Empfänger computergesteuert ausgewählt wurde, wird das zuständige Transplantationszentrum durch Eurotransplant informiert.

Transplantationszentren

Ein Transplantationszentrum ist eine interdisziplinäre Einrichtung zur Übertragung von Spenderorganen. Es ist entsprechend dem Transplantationsgesetz zugelassen und handelt nach dessen Vorschriften. Aufgaben der Transplantationszentren sind gemäß § 10 des deutschen Transplantationsgesetzes:

  • Führung von Wartelisten
  • Organübertragung
  • Dokumentation der Organübertragung
  • Psychische Betreuung der Patienten im Krankenhaus vor und nach der Organübertragung
  • Nachbetreuung von Organspendern