Befreiung von der Zuzahlung

Die Zuzahlung für Erwachsene ist auf zwei Prozent ihres jährlichen Bruttoeinkommens begrenzt.

Wer ist von Zuzahlungen befreit?

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sind in der Regel von Zuzahlungen befreit.

Für Menschen mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen

Gilt eine niedrigere Belastungsgrenze. Sie liegt bei einem Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens.

Wer ist chronisch Krank?

Chronisch krank ist, wer sich in ärztlicher Dauerbehandlung befindet (nachgewiesen durch einen Arztbesuch wegen derselben Krankheit pro Quartal) und außerdem eines der folgenden Kriterien erfüllt:

  • Es liegt eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 nach dem zweiten Kapitel SGB XI vor.
  • Es liegt ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 60 nach § 30 BVG oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 60 Prozent nach § 56 Abs. 2 SGB VII vor. (Bitte reichen sie uns eine Kopie Ihres Anerkennungsbescheides ein.)
  • Es ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung (ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln) erforderlich, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität zu erwarten ist. Eine entsprechende Bestätigung erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt.

Antrag auf Befreiung der Zuzahlung

Möchten Sie einen Antrag auf Befreiung von der Zuzahlung stellen? Dann finden Sie hier die entsprechenden Vordrucke.

Woran orientiert sich die Belastungsgrenze?

Die Belastungsgrenze orientiert sich am Haushaltseinkommen. Das bedeutet: Die Zuzahlungen des Versicherten und seiner Angehörigen werden zusammengezählt - ebenso die Einnahmen zum Lebensunterhalt der Familie.

Auf Kinder und andere im Haushalt lebende Angehörige wird durch Freibeträge, die vom Haushaltseinkommen abgezogen werden, Rücksicht genommen. Diese betragen:

  • 5.103,00 Euro für den Ehe- oder Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz (LpartG)
  • 7.152,00 Euro für jedes Kind
  • bei Alleinerziehenden 7.152,00 Euro für das erste Kind
  • 3.318,00 Euro für andere im Haushalt lebende Angehörige.

Um Härten für Heimbewohner mit Taschengeld zu vermeiden, hat der Gesetzgeber eine neue Regelung geschaffen. Künftig kann der Zuzahlungshöchstbetrag gleichmäßig auf das ganze Jahr verteilt werden. Der zuständige Sozialhilfeträger gibt den Sozialhilfeempfängern ein Darlehen in Höhe des jährlichen Zuzahlungshöchstbetrags. Das sind 86,16 Euro oder bei chronisch Kranken 43,08 Euro. Die Beträge richten sich nach dem Regelsatz des Haushaltsvorstands und können je nach Bundesland etwas höher oder geringer ausfallen.

Mit dem Darlehen ist der Zuzahlungshöchstbetrag für das ganze Jahr bezahlt. Das Geld bekommt unmittelbar die jeweils zuständige Krankenkasse. Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt in kleinen Teilbeträgen über das gesamte Kalenderjahr. Die Teilbeträge werden jeden Monat direkt mit dem Barbetrag verrechnet, den jeder Sozialhilfeempfänger im Heim bekommt. Bei Beziehern von Sozialhilfe gilt der Regelsatz des Haushaltsvorstands als Berechnungsgrundlage für die Belastungsgrenze.

Quittungen sammeln

Seit 2004 werden alle gesetzlich vorgesehenen Zuzahlungen, die der Versicherte aufbringen muss, berücksichtigt. Daher ist es sinnvoll, dass Versicherte sich über alle geleisteten Zuzahlungen (bei Ärzten, Apothekern, Therapeuten und Kliniken) Quittungen über geleistete Zuzahlungen ausstellen lassen. 

Wer seine persönliche Belastungsgrenze erreicht hat, erhält von der Novitas BKK eine entsprechende Bescheinigung und muss für den Rest des Jahres keine Zuzahlungen mehr leisten. Ermitteln Sie Ihre persönliche Belastungsgrenze mit unserem Zuzahlungsrechner.

Neue "Chroniker-Richtlinie" - Beratung über Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs kann später höhere Zuzahlungsbelastungen bei Frauen vermeiden

Ab dem 1. Januar 2008 wurde die Chroniker-Richtlinie erweitert. Zunächst sind davon nur die nach dem 1. April 1987 geborenen Frauen betroffen. Sie müssen nun nachweisen, dass sie eine ärztliche Beratung über die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs in Anspruch genommen haben und zwar innerhalb von zwei Jahren, gerechnet ab ihrem 20. Geburtstag. Nur wenn in dieser Zeit eine Beratung durchgeführt wurde, profitieren sie in Zukunft von der reduzierten Belastungsgrenze von einem Prozent (statt zwei Prozent) der Bruttoeinnahmen, falls sie an Gebärmutterkrebs erkranken.

Ausgenommen von der Beratungspflicht sind Versicherte mit schweren psychischen Erkrankungen und geistigen Behinderungen, sowie Patienten, die bereits an einer Gebärmutterhalskrebserkrankung leiden.

Der Arzt muss das Beratungsgespräch dokumentieren. Der Versicherte bekommt einen kostenlosen Präventionspass, in den die Gespräche eingetragen werden. Bis der Pass in allen Arztpraxen vorliegt, kann die Beratung zum Beispiel über einen provisorischen Vordruck bestätigt werden.

Ansprechpartnersuche

Haben Sie noch Fragen? Ihr persönlicher Ansprechpartner beantwortet sie Ihnen gerne.

...wird geladen