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CKD Stadium 5

Das CKD-Stadium 5 ist das letzte Stadium der chronischen Nierenkrankheit. Man spricht hier auch vom terminalen Nierenversagen.

Überblick

  • CKD-Stadium 5 bedeutet: Ihre Nierenfunktion ist stark eingeschränkt - man spricht hier oft von einem terminalen Nierenversagen

  • Die Ernährungsvorgaben hängen stark davon ab, ob Sie bereits ein Dialyseverfahren durchführen

  • Sie sollten sich nun - falls notwendig - für ein bestimmtes Dialyseverfahren entscheiden

Was genau steckt hinter dem CKD Stadium 5?

Das CKD-Stadium 5 ist das letzte Stadium der chronischen Nierenkrankheit. Ihre eGFR liegt nun unter 15 mL/min/1,73 m². Man spricht hier auch vom terminalen Nierenversagen. Das heißt, Ihre Nieren können den Körper nicht mehr ausreichend von Abfallstoffen reinigen und den Flüssigkeits- und Salzhaushalt nicht mehr ausreichend regulieren.

Jetzt wird meist die Vorbereitung auf eine Dialyse oder eine Nierentransplantation konkret. Manche Menschen starten bereits mit einer Behandlung, andere werden engmaschig überwacht, bis Beschwerden auftreten. Wichtig: Das CKD-Stadium 5 bedeutet nicht, dass Ihr Leben aufhört – aber es braucht jetzt besonders gute medizinische Unterstützung und ein starkes Netzwerk an Ihrer Seite.

Was gilt im Stadium 5 für meine Ernährung?

In Stadium 5 wird die Ernährung noch individueller abgestimmt – abhängig davon, ob Sie bereits in Dialysebehandlung sind oder nicht. Ziel ist es, den Körper möglichst gut zu unterstützen und Beschwerden wie Übelkeit, Wassereinlagerungen oder Elektrolytstörungen zu vermeiden. Dabei hilft Ihnen eine spezialisierte Ernährungsberatung.

  • Stark eingeschränkte Eiweißzufuhr

    Während in späten Stadien der chronischen Nierenkrankheit oft eine Beschränkung der Eiweißzufuhr auf 0,6 bis 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag empfohlen wird, kann sich das im Stadium 5 wieder ändern. Oft werden die Einschränkungen etwas gelockert und es wird eine Proteinzufuhr zwischen 0,8 und 1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag empfohlen. Das gilt auch beim Start der Dialyse. Dann steigt der Eiweißbedarf, da über die Dialyse auch Eiweiß verloren geht. Deshalb unterscheidet sich die Ernährung im Stadium 5 ohne und mit Dialyse deutlich – sprechen Sie dazu unbedingt mit Ihrem Ärzteteam.

  • Reduzierte Kochsalzzufuhr

    Auch Kochsalz sollten Sie weiter reduzieren – am besten auf unter fünf Gramm pro Tag. So unterstützen Sie Ihren Körper dabei, den Blutdruck im Griff zu behalten.

  • Kontrolle von Kalium, Phosphat & Flüssigkeit

    Häufig müssen kalium- und phosphatreiche Lebensmittel deutlich eingeschränkt werden. Auch Kalium- und Phosphatbinder können notwendig sein, um zu verhindern, dass Ihre Kalium- und Phosphatwerte im Blut ansteigen. Wenn Ihre Nieren kaum noch Harn ausscheiden, kann sich zu viel Flüssigkeit im Körper sammeln – dann helfen genaue Trinkmengenempfehlungen. Diese erhalten Sie bei Bedarf immer von Ihrem Ärzteteam.

  • Individuelle Ernährungsberatung

    In Stadium 5 ist eine individuelle Ernährungsberatung durch Fachpersonal nahezu unverzichtbar. Sie hilft Ihnen, Ihren Nährstoffbedarf zu decken, Beschwerden zu vermeiden und sich trotz Einschränkungen ausgewogen zu ernähren.

Nierenfreundliche und salzarme Ernährung bei CKD

Mehr Tipps für eine nierenfreundliche Ernährung, durch z.B. die Einschränkung von Salz, finden Sie in diesen Artikeln:

Was sind mögliche Symptome im Stadium 5?

Viele Menschen in Stadium 5 berichten über ausgeprägte Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Schwächegefühle, Übelkeit, Juckreiz, Konzentrationsprobleme oder Schlafstörungen. Auch Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) oder Kurzatmigkeit können auftreten.

Manche dieser Symptome entstehen, wenn sich sogenannte „harnpflichtige Substanzen“ im Körper anreichern – ein Zeichen dafür, dass die Nieren kaum noch filtern. In diesem Stadium ist die medizinische Begleitung besonders wichtig und kann Ihre Lebensqualität erheblich verbessern.

Was kann ich selbst tun?

In Stadium 5 ist vieles anders, aber eines bleibt gleich: Auch Sie selbst können aktiv bleiben und damit Ihren Alltag positiv beeinflussen. Ihre ärztliche Betreuung spielt jetzt eine noch größere Rolle, aber Ihr eigener Einsatz zählt ebenfalls.

  1. Informieren Sie sich über die Dialyseverfahren

    Sie haben sich noch nicht für ein Dialyseverfahren entschieden oder darüber informiert? Nun ist es an der Zeit. Sprechen Sie mit Ihrem Ärzteteam, um zu verstehen, welche Verfahren für Sie in Frage kommen und wo ihre Unterschiede und Vorteile liegen. Auch die Einbindung Ihrer Angehörigen und der Austausch mit anderen Menschen mit chronischer Nierenkrankheit können hier sehr helfen.

  2. Ernährungsvorgaben einhalten

    Ihre Ernährung sollte nun sehr gezielt abgestimmt sein, abhängig davon, ob Sie bereits in Dialysebehandlung sind oder nicht. Besonders Kalium, Phosphat, Eiweiß und Flüssigkeit müssen genau beobachtet werden. Eine fachlich begleitete Ernährungsberatung hilft Ihnen, Überforderung zu vermeiden und trotzdem gut versorgt zu sein.

  3. Medikamente einnehmen

    Viele Medikamente müssen nun speziell dosiert oder angepasst werden, manche entfallen, andere kommen neu hinzu. Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig ein und melden Sie Nebenwirkungen sofort Ihrem ärztlichen Team. Es ist jetzt besonders wachsam, um Ihre Therapie individuell zu steuern.

  4. Aktiv bleiben – im Rahmen Ihrer Möglichkeiten

    Auch wenn Sie sich häufiger müde oder abgeschlagen fühlen: Bewegung kann Ihre Lebensqualität spürbar verbessern, soweit sie für Sie machbar ist. Dabei geht es nicht um Sport, sondern um Alltagsbewegung, Mobilität oder kleine Spaziergänge.

  5. Lebensstil umstellen

    Jetzt ist der Moment, gut zu sich selbst zu sein. Achten Sie auf Ihre Bedürfnisse, sprechen Sie offen mit Ihrem Umfeld und nehmen Sie Hilfsangebote an. Rauchverzicht, ein strukturierter Alltag, mentale Unterstützung – all das kann Ihnen helfen, diese Phase bestmöglich zu gestalten. Sie sind nicht allein: Ihr Behandlungsteam steht an Ihrer Seite.

Wo finde ich Unterstützung mit CKD?

Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Neben Ihrem ärztlichen Team gibt es viele Stellen, die Ihnen helfen können. Zu diesen gehören beispielsweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Patientenbegleitung Ihrer novitas bkk, die Sie u.a. bei der Vermittlung von Kontaktadressen unterstützen können oder auch Selbsthilfegruppen. Dort finden Sie andere Menschen, mit denen Sie sich zu Ihrer Erkrankung und möglichen Herausforderungen im Alltag austauschen können. 

Schauen Sie gerne auch auf unsere Links zum Thema.

 

Quelle: Carealytix Digital Health GmbH – Mizu App (www.mizu-app.com)

  • Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Int. 2024 Apr;105(4S):S117-S314. doi: 10.1016/j.kint.2023.10.018. PMID: 38490803.
  • Iino Y. [Definition of CKD and classification of CKD stage]. Nihon Rinsho. 2008 Sep;66(9):1645-9. Japanese. PMID: 18788389.
  • Chen TK, Knicely DH, Grams ME. Chronic Kidney Disease Diagnosis and Management: A Review. JAMA. 2019 Oct 1;322(13):1294-1304. doi: 10.1001/jama.2019.14745. PMID: 31573641; PMCID: PMC7015670.