Nach der ersten Diagnose einer chronischen Nierenkrankheit (CKD) prasseln oft zahlreiche Informationen auf Sie ein. Dazu zählen auch viele Informationen und Empfehlungen für Ihre Ernährung, die eine wichtige Rolle beim Schutz Ihrer Nieren spielen können.
Anpassungen Ihrer Ernährung können dabei helfen, die Funktion Ihrer Nieren zu erhalten, ein Fortschreiten der CKD zu verlangsamen und Ihre Nieren leistungsfähig zu halten. Für viele sind diese Empfehlungen für die Ernährung bei einer CKD jedoch unübersichtlich und damit auch schwer umsetzbar. Daher haben wir in diesem Artikel eine Übersicht der wichtigsten Empfehlungen für die Ernährung bei einer CKD für Sie zusammengestellt.
Mit Hilfe dieser Hinweise lassen sich Ernährung und CKD gut miteinander vereinbaren. Sie sollten jedoch beachten, dass sich viele der Empfehlungen zwischen den verschiedenen Stadien der CKD noch einmal unterscheiden. In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Empfehlungen für Sie auf einen Blick zusammen. Detailliertere Informationen zur Zufuhr von Proteinen, Kochsalz, Natrium, Kalium und Phosphat finden Sie auch in weiteren Artikeln.
Warum ist die Ernährung bei einer chronischen Nierenkrankheit so wichtig?
Dass Ihre Ernährung eine wichtige Rolle für Ihre allgemeine Gesundheit und Fitness spielt, ist Ihnen sicherlich bereits bekannt. Eine Umstellung Ihrer Ernährung bei einer CKD kann deshalb dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Auch Ihre allgemeine Gesundheit lässt sich über die Ernährung deutlich beeinflussen und verbessern. Es lohnt sich also in jedem Fall, ein Auge auf Ihre Ernährung zu haben!
Der Grund, warum Ihre Ernährung insbesondere bei einer CKD von großer Bedeutung ist, liegt in der Funktion und Aufgabe der Nieren in Ihrem Körper. Ihre Nieren übernehmen in Ihrem Körper Hausmeisterdienste. Im gesunden Zustand reinigen sie Ihr Blut von Schadstoffen, Abfallprodukten und Abbauprodukten, die in Ihrem Körper anfallen. Bei einer CKD nimmt diese Filterfunktion Ihrer Nieren zunehmend ab. Mit der Abnahme dieser Filterfunktion ist auch die Fähigkeit eingeschränkt, wichtige Stoffe in Ihrem Blut im Gleichgewicht zu halten.
Anpassungen Ihrer Ernährung können also notwendig sein, um genau dieses Gleichgewicht wiederherzustellen, wenn Ihre Nieren dazu allein nicht mehr ausreichend in der Lage sind. Welche Empfehlungen für die Ernährung bei einer CKD gelten, schauen wir uns nun an.
Proteine & chronische Nierenkrankheit
Eiweiße (Proteine) sind ein Basisbestandteil Ihrer Ernährung und dienen als Bausteine für Ihre Zellen und Organe. In Ihrem Körper wird Eiweiß später in Harnstoff umgewandelt, der mit Ihrem Urin ausgeschieden wird. Bei einer bestehenden CKD können diese Abbauprodukte aus dem Proteinstoffwechsel nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden.
Eine Anpassung und Begrenzung Ihrer Eiweißzufuhr kann in diesem Fall also dabei helfen, Ihre Nieren zu entlasten. Es gibt unterschiedliche Empfehlungen. Die medizinische Fachgesellschaft KDIGO empfiehlt, die Eiweißzufuhr in der Regel auf 0,8 - 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag einzuschränken. Das entspricht in etwa auch den Vorgaben für gesunde Menschen. Bei einer CKD sollten diese jedoch strikter eingehalten werden. Bei einem Körpergewicht von 80 kg entspricht das also einer Proteinzufuhr von 64 bis 80 Gramm pro Tag.
In späteren Stadien wird oft sogar eine Beschränkung auf 0,6 - 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag empfohlen. Eine solche Proteinrestriktion sollte jedoch immer in enger Zusammenarbeit mit Ihrem Ärzteteam erfolgen. Das gilt vor allem wegen des Risikos einer Mangelernährung.
Beim Eintritt eines terminalen Nierenversagens (CKD-Stadium 5) wird oft auch wieder eine höhere Eiweißzufuhr empfohlen.
Kochsalz & chronische Nierenkrankheit
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und andere Institutionen empfehlen, die tägliche Zufuhr von Kochsalz auf maximal fünf Gramm pro Tag zu begrenzen – unabhängig von der Nierenfunktion. Diese Vorgaben decken sich auch mit denen der KDIGO, die für Menschen mit einer CKD in den meisten Fällen eine Begrenzung der Kochsalzzufuhr auf maximal fünf bis sechs Gramm pro Tag empfiehlt.
Das liegt vor allem an Natrium, das zusammen mit Chlorid im Kochsalz (Natriumchlorid) enthalten ist. Kochsalz besteht insgesamt zu 40 Prozent aus Natrium.
Natrium ist deshalb so wichtig, weil es in Ihren Blutgefäßen Wasser bindet und so Ihren Blutdruck in die Höhe treiben kann. Das wird vor allem dann zum Problem, wenn Ihre Nieren es nicht mehr schaffen, den Natrium- und Wasserhaushalt in Balance zu halten. Nicht das Kochsalz an sich ist also das Problem, sondern das enthaltene Natrium.
Eine Einschränkung der Kochsalzzufuhr bei bekannter CKD schützt übrigens nicht nur Ihre Nieren, sondern auch Ihr Herz-Kreislauf-System.
Für weitergehende Infos zu einer salzarmen Ernährung, lesen Sie auch: Praktische Tipps für eine salzarme Ernährung.