Das CKD Stadium 4

Das CKD Stadium 4 bedeutet, dass Ihre Nierenfunktion stark eingeschränkt ist.

Überblick

  • CKD-Stadium 4 bedeutet: Ihre Nierenfunktion ist bereits fortgeschritten eingeschränkt

  • Die eGFR und die UACR helfen, das Ausmaß der Erkrankung einzuschätzen

  • Beschwerden und Symptome treten nun häufiger auf

    Ein Gespräch über die Dialyse sollte erfolgen.

Was genau steckt hinter dem CKD Stadium 4?

Das CKD-Stadium 4 bedeutet, dass Ihre Nierenfunktion stark eingeschränkt ist. Ihre eGFR liegt zwischen 15 und 29 mL/min/1,73 m². Dieses Stadium gehört zur fortgeschrittenen Phase der CKD. Das heißt, Ihre Nieren arbeiten deutlich langsamer, leisten aber weiterhin wichtige Arbeit.

Viele Menschen im Stadium 4 haben bereits Begleiterkrankungen oder erste Beschwerden. Umso wichtiger ist es, jetzt gezielt gegenzusteuern: durch engmaschige Kontrollen bei Ihrem Ärzteteam, passende Medikamente und einen angepassten Lebensstil.

In dieser Phase kann auch das Gespräch über mögliche Dialyseoptionen oder eine Nierentransplantation sinnvoll sein – um gut vorbereitet zu sein, falls diese Behandlungen später notwendig werden.

Was gilt im Stadium 4 für meine Ernährung?

Im Stadium 4 spielt Ihre Ernährung eine besonders zentrale Rolle, um Ihre Nieren so gut wie möglich zu entlasten. Ziel ist es, ein weiteres Fortschreiten der Nierenkrankheit zu bremsen und mögliche Beschwerden wie Veränderungen Ihrer Kaliumwerte oder Wassereinlagerungen zu vermeiden.

Was genau für Ihre Ernährung gilt, sollte unbedingt individuell mit Ihrem ärztlichen Team oder einer spezialisierten Ernährungsberatung abgestimmt werden. Im Folgenden haben wir dennoch eine Reihe von Empfehlungen für Sie zusammengefasst:

  • Nicht zu viel Eiweiß

    Die Eiweißzufuhr wird in Stadium 4 oft auf 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag begrenzt. Bei 80 kg Körpergewicht entspricht das etwa 64 Gramm Eiweiß pro Tag. Damit die Ernährung trotzdem ausgewogen bleibt und um eine Mangelernährung zu vermeiden, kann eine gezielte Ernährungsberatung sinnvoll sein. Sinkt Ihre eGFR unter 20 mL/min/1,73 m², kann es sinnvoll sein, die Eiweißzufuhr wieder auf 0,8 bis 1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag anzuheben. Ihre genauen Zielwerte besprechen Sie am besten wie immer mit Ihrem Ärzteteam.

  • Einschränkung von Salz

    Auch Kochsalz sollten Sie weiter reduzieren – am besten auf unter fünf Gramm pro Tag. So unterstützen Sie Ihren Körper dabei, den Blutdruck im Gleichgewicht zu halten.

  • Kalium und Phosphat

    Je nach Blutwerten kann zusätzlich eine Reduktion von kalium- oder phosphatreichen Lebensmitteln nötig sein. Das betrifft beispielsweise Trockenfrüchte, Bananen, Tomaten, Nüsse oder Fertigprodukte. Ob und wann eine Einschränkung der Kalium- und Phosphatzufuhr notwendig ist, hängt jedoch stark von Ihren Laborwerten ab und ist nicht in jedem Fall erforderlich. Es gelten die Empfehlungen Ihres Ärzteteams.

  • Pflanzlich-betonte Kost und Beratung

    Eine abwechslungsreiche, pflanzenbetonte Ernährung bleibt auch in Stadium 4 sinnvoll – aber mit besonderer Rücksicht auf die Eiweißzufuhr. Eine Ernährungsberatung kann helfen, bei all diesen Empfehlungen den Überblick zu behalten.

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Was sind mögliche Symptome im Stadium 4?

In Stadium 4 treten Symptome häufiger auf. Viele Menschen berichten über anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Appetitlosigkeit oder Muskelkrämpfe. Auch Juckreiz, Übelkeit, ein unangenehmer Geschmack im Mund oder Wassereinlagerungen in den Beinen können auftreten. Diese Anzeichen sind oft Ausdruck der nachlassenden Filterfunktion der Nieren – sie sollten aber nicht einfach hingenommen werden. Ihr Behandlungsteam kann Ihnen helfen, die Beschwerden zu lindern.

Was kann ich selbst tun?

Auch in Stadium 4 können Sie weiterhin aktiv etwas tun und damit den Verlauf Ihrer Erkrankung positiv beeinflussen. Es geht nicht um Perfektion, sondern um kleine, konsequente Schritte in Ihrem Alltag.

  1. Ernährungsvorgaben einhalten

    Gerade in Stadium 4 ist es besonders wichtig, die empfohlenen Ernährungshinweise umzusetzen. Sie helfen dabei, den Stoffwechsel zu entlasten, den Blutdruck besser zu regulieren und das Fortschreiten der Nierenkrankheit zu verlangsamen. Was für Sie passt, sollte individuell abgestimmt sein – am besten mit Ihrem ärztlichen Team oder einer spezialisierten Ernährungsberatung.

  2. Medikamente einnehmen

    Ihre Medikamente sind ein wichtiger Teil Ihrer Behandlung – zum Beispiel zur Senkung des Blutdrucks, zum Schutz vor einer starken Eiweißausscheidung oder zur Behandlung möglicher Symptome. Nehmen Sie sie regelmäßig und wie verordnet ein. Auch mögliche Nebenwirkungen sollten Sie offen mit Ihrem Ärzteteam besprechen.

  3. Aktiv bleiben

    Bewegung bleibt auch in diesem Stadium wertvoll. Sie kann helfen, Ihre Muskulatur zu erhalten, Ihr Wohlbefinden zu steigern und Entzündungsprozesse im Körper zu bremsen. Schon regelmäßiges Spazierengehen oder leichte Gymnastik machen einen Unterschied.

  4. Gewicht anpassen

    Wenn Sie mit Übergewicht zu kämpfen haben, kann eine langsame, nachhaltige Gewichtsreduktion Ihre Nieren und Ihr Herz-Kreislauf-System deutlich entlasten. Wichtig dabei: keine radikalen Diäten, sondern eine begleitete Umstellung mit realistischen Zielen.

  5. Lebensstil umstellen

    Verzichten Sie möglichst auf Zigaretten, achten Sie auf ausreichend Schlaf und versuchen Sie, Stress gezielt zu reduzieren. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie anfangen können: Ihr Ärzteteam steht Ihnen beratend zur Seite.

Wo finde ich Unterstützung mit CKD?

Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Neben Ihrem ärztlichen Team gibt es viele Stellen, die Ihnen helfen können. Dazu gehören beispielsweise Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der Patientenbegleitung Ihrer novitas bkk, Ernährungsberater oder Ernährungsberaterinnen, idealerweise mit Erfahrung zu CKD, oder Selbsthilfegruppen. Schauen Sie gerne in unsere Links zum Thema.

Je früher Sie aktiv werden, desto mehr können Sie erreichen.

 

Quelle: Carealytix Digital Health GmbH – Mizu App (www.mizu-app.com)

  • Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Int. 2024 Apr;105(4S):S117-S314. doi: 10.1016/j.kint.2023.10.018. PMID: 38490803.
  • Iino Y. [Definition of CKD and classification of CKD stage]. Nihon Rinsho. 2008 Sep;66(9):1645-9. Japanese. PMID: 18788389.
  • Chen TK, Knicely DH, Grams ME. Chronic Kidney Disease Diagnosis and Management: A Review. JAMA. 2019 Oct 1;322(13):1294-1304. doi: 10.1001/jama.2019.14745. PMID: 31573641; PMCID: PMC7015670.