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Wie hilft Ihnen das Kalorienzählen, Ihr Idealgewicht zu erreichen?

Im Zusammenhang mit dem Thema Gewichtsabnahme fällt häufig der Begriff „Kalorienzählen“. Doch was bedeutet das genau? Und wieso ist es gerade bei einer chronischen Nierenkrankheit (CKD), an der Dialyse oder vor einer Nierentransplantation besonders wichtig, Ihr Körpergewicht im grünen Bereich zu halten? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

Überblick

  • Übergewicht belastet alle Ihre Organe und so auch Ihre Niere(n)

    Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Gewicht im grünen Bereich liegt.

  • Das Kalorienzählen kann Ihnen dabei helfen, Ihr Idealgewicht zu erreichen oder zu halten

    denn Kalorien geben an, wie viel Energie in Ihrer Nahrung enthalten ist.

  • Der Zusammenhang zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch ist ganz einfach:

    Führen Sie mehr Energie zu, als Sie verbrauchen, nehmen Sie zu. Nehmen Sie weniger Energie zu sich, als Sie verbrauchen, sinkt Ihr Körpergewicht.

Tipps zum Kalorienzählen

Dass ein „normales“ Gewicht Ihre Gesundheit positiv beeinflusst und Ihr Herz-Kreislauf-System vor Erkrankungen wie zum Beispiel Herzinfarkten schützen kann, wissen Sie wahrscheinlich. Doch auch die Nieren profitieren von einem gesunden Gewicht. Wieso das so ist und was Sie dafür tun können, schauen wir uns jetzt einmal an.

Welche BMI Kategorien gibt es?

Um das Gewicht von Menschen unterschiedlicher Größe miteinander vergleichen zu können, wurde der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) eingeführt. Durch eine Formel werden das Gewicht und die Körpergröße ins Verhältnis zueinander gesetzt.

Anhand des BMI kann Ihr Körpergewicht in verschiedene Gruppen eingeteilt werden:

BMI in kg/m²BMI Kategorie
< 18.5Untergewicht
18.5 - 24.9Normalgewicht
25 - 29.9Übergewicht
30 - 34.9Adipositas Klasse I
35 - 39.9Adipositas Klasse II
≥ 40Adipositas Klasse III

Ihr BMI sollte also in einem Bereich zwischen 18.5 und 29.9 liegen – denn wie so oft ist die goldene Mitte das Ziel. Denn sowohl zu viel Gewicht als auch Untergewicht stellen eine zusätzliche Belastung für Ihren Körper dar.

Welchen Einfluss kann Übergewicht auf meine Niere(n) haben?

Vor allem starkes Übergewicht (Adipositas) hat einen negativen Einfluss auf viele verschiedene Funktionen in Ihrem Körper. Ihr Stoffwechsel zum Beispiel leidet unter zu viel Körpermasse, was langfristig zur Zuckerkrankheit (Diabetes) führen kann. Im Verlauf haben dann häufig auch Ihre Gefäße mit einer zunehmenden Verkalkung zu kämpfen, wodurch alle Ihre Organe unter dem Übergewicht leiden – so auch die Nieren. Wenn Sie eine chronische Nierenkrankheit (CKD) haben, dann haben Sie Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt bestimmt schon einmal vom Progress Ihrer CKD sprechen hören. Damit ist die zunehmende Abnahme Ihrer Nierenfunktion gemeint. Übergewicht kann den zunehmenden Verlust Ihrer Nierenfunktion beschleunigen. Wir wollen Ihnen mit diesem Artikel keinesfalls den Spaß am Essen verderben oder mit dem Finger auf Sie zeigen. Wir möchten Ihnen nur vermitteln, wie wichtig ein gesundes Gewicht ist, um Ihre Niere langfristig zu schützen.

In den CKD-Stadien 4 und 5 spielt vor einer geplanten Nierentransplantation Ihr Gewicht eine Rolle. Schon vor Operation wird deshalb häufig Wert auf das Gewicht gelegt; zum Teil ist ein BMI unter 30 erforderlich, um für eine Transplantation zugelassen zu werden. Denn neben den Einflüssen auf Ihre Nierenfunktion spielt Ihr Gewicht auch bei der Wundheilung eine entscheidende Rolle. Liegt Ihr Gewicht im grünen Bereich, sind Komplikationen beim Heilungsprozess nach der Operation deutlich seltener. Also noch ein Grund mehr, durch bewusste Ernährung und Bewegung zu Ihrem Idealgewicht zu kommen. Wie Sie das Kalorienzählen dabei unterstützen kann, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Was sind Kalorien?

Für alle unsere Körperfunktionen benötigen wir Energie, die wir größtenteils über unsere Nahrung aufnehmen. In unserer Nahrung gibt es im Wesentlichen drei Gruppen an Energiequellen: Kohlenhydrate (bestehend aus Zuckermolekülen), Eiweiße (Proteine) und Fette. Um die Menge an Energie, die durch ein Lebensmittel freigesetzt wird, zu beschreiben, dient die Einheit Kalorien (bzw. meistens Kilokalorien). Kalorien geben an, wie viel Energie in den Lebensmitteln enthalten ist.

Wie viel Kalorien brauche ich am Tag?

Wie viele Kalorien ein Mensch pro Tag benötigt, ist sehr individuell und von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Wenn Sie an einem Tag viel Sport machen, verbraucht Ihr Körper natürlich mehr Energie bzw. Kalorien als an einem Tag, an dem Sie entspannt auf der Couch liegen. Aber auch Ihr Alter und Ihre Größe spielen eine wichtige Rolle bei Ihrem Energiebedarf.

Die Menge an Energie, die Sie benötigen, um Ihre wichtigsten Körperfunktionen im Schlaf aufrechtzuerhalten – zum Beispiel Ihre Atmung und Ihre Körpertemperatur – wird auch als Grundumsatz bezeichnet.

Doch da Sie in der Regel nicht den ganzen Tag nur schlafen, kommt zu Ihrem Grundumsatz noch die benötigte Energie für Ihre Alltagsaktivitäten oder auch für Sport hinzu. Diese Energiemenge wird auch als Leistungsumsatz bezeichnet.

Die Energie, die Sie für einen ganzen Tag benötigen, setzt sich also aus Ihrem Grundumsatz und Ihrem Leistungsumsatz zusammen. Deshalb wird dieser Wert auch Gesamtumsatz genannt.

Das waren jetzt viele Begriffe auf einmal. Zur besseren Übersicht finden Sie sie noch einmal in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

BegriffDefinition
GrundumsatzBenötigte Energie, um Ihre Körperfunktionen in Ruhe aufrecht zu erhalten
LeistungsumsatzBenötigte Energie für Alltagstätigkeiten und ggf. Sport
GesamtumsatzGrundumsatz + Leistungsumsatz

 

Wenn Sie genau die Menge an Energie bzw. Kalorien über Ihre Nahrung zu sich nehmen, die Ihrem Gesamtumsatz entspricht, bleibt Ihr Körpergewicht in der Regel ziemlich gleich. Denn es ist quasi eine Null-Rechnung: Sie nehmen genau so viel Energie zu sich, wie Sie auch verbrauchen. Führen Sie Ihrem Körper hingegen mehr Energie bzw. Kalorien zu, als Sie am Tag verbrauchen, legt Ihr Körper einen Vorrat an. Ein Teil wird in Ihren Muskeln und in Ihrer Leber gespeichert. Ein Großteil wird jedoch in Form von Fett gespeichert. Wenn wir das Gedankenexperiment weiterdenken, bedeutet das umgekehrt: Sie nehmen ab, wenn Sie mehr Energie verbrauchen, als Sie zu sich nehmen.

Empfehlungen bei chronischer Nierenkrankheit

Die Richtlinien von KDIGO (Kidney Disease: Improving Global Outcomes) richten sich speziell an Menschen mit Nierenkrankheiten. Haben Sie eine chronische Nierenkrankheit, so liegt Ihre empfohlene Kalorienzufuhr bei 20 bis 25 kcal pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, um Ihr Gewicht zu halten. Liegt Ihr BMI über 30, ist eine Gewichtsabnahme empfehlenswert. Da es sich hierbei jedoch nur um Richtwerte handelt und noch viele andere Faktoren eine Rolle spielen, sollten Sie Ihren individuellen täglichen Energiebedarf am besten gemeinsam mit Ihrem behandelnden Ärzteteam ermitteln. Es ist auf diesem Gebiet erfahren und kann weitere Faktoren mit einbeziehen.

Wie Kalorienzählen hilft, das Idealgewicht zu halten oder zu erreichen

Wie Sie jetzt schon wissen, wird die Energie, die Sie nicht verbrauchen, in Ihrem Körper gespeichert – vor allem in Form von Fettgewebe. Möchten Sie Ihr Gewicht halten, sollten Sie genau so viele Kalorien zu sich nehmen, wie Sie pro Tag verbrauchen (Gesamtumsatz). Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass Sie zum Abnehmen weniger Kalorien zu sich nehmen müssen, als Ihr Körper verbraucht. So ist der Körper gezwungen, seine eigenen Energiereserven zu verwenden, und baut Körperfett ab.

Wenn Sie Ihren Gesamtumsatz einmal berechnet haben, ist es sinnvoll, zumindest über einen gewissen Zeitraum – zum Beispiel zunächst eine Woche – zu dokumentieren, wie viele Kalorien Sie pro Tag zu sich nehmen. So können Sie leicht herausfinden, ob Sie mehr Kalorien zu sich nehmen, als Sie verbrauchen. Doch wie finden Sie heraus, wie viele Kalorien in Ihrer Nahrung stecken? Das erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Wie viele Kalorien enthält meine Nahrung?

Wenn Sie jetzt anfangen möchten, Ihre tägliche Kalorienzufuhr zu dokumentieren, dann müssen Sie natürlich erst einmal herausfinden, wie viele Kalorien Ihre Lebensmittel enthalten.

Die Hersteller sind verpflichtet, auf allen Lebensmitteln in Form von Tabellen anzugeben, wie viele Kalorien enthalten sind. Meistens beziehen sich diese Angaben auf 100 g des Lebensmittels. Und damit kommen wir schon zu einem etwas lästigen Teil: Damit Sie die Kalorienmenge einigermaßen genau bestimmen können, ist es gerade am Anfang sinnvoll, Ihre Mahlzeiten abzuwiegen. So bekommen Sie recht schnell ein Gefühl für die entsprechenden Mengen. Sobald das der Fall ist, können Sie sich das Wiegen auch sparen.

Wenn Sie die Kalorienmenge eines ganzen Gerichts bestimmen möchten – zum Beispiel Nudeln mit Pesto –, dann bestimmen Sie also die Menge an Nudeln und die Menge an Pesto, die Sie verwenden. Um dann die entsprechende Kalorienzahl herauszufinden, teilen Sie die gewogene Menge in Gramm durch 100 (wenn sich die Kalorienangaben auf 100 g beziehen) und multiplizieren diese Zahl mit den angegebenen Kalorien.

Damit das Ganze besser verständlich wird, hier noch ein Rechenbeispiel: 100 g gekochte Vollkornnudeln enthalten ca. 140 kcal, 100 g Pesto enthalten ca. 520 kcal. Für eine Portion Nudeln mit Pesto werden ca. 250 g gekochte Vollkornnudeln und 40 g Pesto verwendet. Die Rechnung für die Kalorienmenge lautet also:

250 g Vollkornnudeln: 100 g = 2,5

2,5 x 140 kcal = 350 kcal

40 g Pesto: 100 g = 0,4

0,4 x 520 kcal = 208 kcal

Kalorienmenge für 1 Portion Nudeln mit Pesto: 350 kcal + 208 kcal = 558 kcal

Das heißt, wenn Sie eine Portion Nudeln mit Pesto essen, entspricht das ca. 558 kcal.

An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweis: Auch Getränke wie Säfte oder Softdrinks enthalten Kalorien, die Sie nicht außer Acht lassen sollten. Es sei denn, Sie verzichten darauf und trinken vorwiegend Wasser. Durch ein paar Spritzer Zitronensaft können Sie den Geschmack ganz ohne Zucker und Kalorien verfeinern.

Worauf sollten Sie noch achten?

Es ist gut, wenn Sie sich durch das Kalorienzählen einen Überblick über Ihre tägliche Energiezufuhr verschaffen! Doch nicht nur die Menge ist entscheidend, sondern auch, was Sie essen. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist weiterhin besonders wichtig. Bei einer chronischen Nierenkrankheit wird vor allem die mediterrane Diät empfohlen. Zentrale Bestandteile sind Gemüse, Fisch statt Fleisch und Pflanzenfette wie Olivenöl statt tierischer Fette. Dadurch, dass viel selbst gekocht wird, fallen Sie außerdem nicht mehr auf versteckte Zucker in Fertigprodukten herein.

Zusätzlich können Sie Ihren Körper natürlich durch Bewegung beim Abnehmen unterstützen. Mehr Bewegung bedeutet nämlich auch einen höheren Energieverbrauch. Empfohlen wird, mindestens fünf Mal pro Woche für 30 Minuten Sport zu treiben, der Sie leicht zum Schwitzen bringt. Welche Belastung für Sie geeignet ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Ärzteteam.

Nun kennen Sie die wichtigsten Grundlagen zum Thema Gewicht, Ernährung und Kalorienzählen und können sofort damit loslegen. Setzen Sie sich dabei aber bitte nicht unter Druck. Es ist völlig normal, dass es am Anfang ein paar Tage dauert, bis man sich eingefunden hat. Sie werden aber schnell feststellen, dass Sie nach und nach ein Gespür für die Lebensmittel und ihre Nährwerte entwickeln.

 

Quelle: Carealytix Digital Health GmbH – Mizu App (www.mizu-app.com)

  • Aerzteblatt.de. Nierentransplantation: Wie viel Gewicht ist zu viel?
  • Gesundheitsinformation.de. Was sind Kalorien?