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Diabetes & chronische Nierenkrankheit (CKD) - Wie hängt das zusammen?

Diabetes (Zuckerkrankheit) betrifft nicht nur Ihren Stoffwechsel, sondern oft auch andere Organe des Körpers. Besonders oft trifft es dabei die Nieren. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Diabetes mit einer CKD zusammenhängt, worauf Sie achten sollten und wie Sie aktiv gegensteuern können.

Überblick

  • Diabetes ist eine chronische Erkrankung mit erhöhtem Blutzucker

    Typ 1 und Typ 2 sind am häufigsten.

  • Ein schlecht eingestellter Diabetes kann langfristig die Nieren schädigen

    Das nennt man in Fachkreisen diabetische Nephropathie.

  • Die Nierenfunktion lässt sich über die eGFR und UACR gut kontrollieren

Zu viel Zucker schadet der Niere

Was ist ein Diabetes?

Die Zuckerkrankheit - in der Fachsprache auch Diabetes mellitus genannt – ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Der Körper hat dabei Schwierigkeiten, Zucker aus dem Blut in die Körperzellen aufzunehmen. Die Folge: Es bleibt mehr Zucker (Glucose) im Blut zurück und der Blutzuckerspiegel bleibt dauerhaft zu hoch.

Das kann mit der Zeit zu Schäden an den Blutgefäßen führen. Da diese Blutgefäße auch wichtige Organe oder Nerven des Körpers versorgen, kann es in der Folge auch zu Schäden in diesen Bereichen kommen - auch an den Nieren.

Welche Formen der Zuckerkrankheit gibt es?

Normalerweise hilft das Hormon Insulin dabei, Zucker in die Zellen zu schleusen. Doch bei Diabetes funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr richtig – je nach Typ oder Art der Zuckerkrankheit aus unterschiedlichen Gründen. Die zwei häufigsten Formen sind Typ-1- und Typ-2-Diabetes.

Typ 1 Diabetes

Der Typ-1-Diabetes tritt meist schon im Kindes- oder Jugendalter auf. Der Körper produziert oft deutlich weniger oder gar kein Insulin mehr. Die Therapie besteht daher immer aus Insulin, das meist mehrmals täglich über eine Spritze oder eine Pumpe zugeführt werden muss.

Typ 2 Diabetes

Der Typ-2-Diabetes entwickelt sich oft über viele Jahre, begünstigt durch Bewegungsmangel, Übergewicht und genetische Veranlagung. Hier produziert der Körper anfangs noch Insulin, aber die Zellen reagieren nicht mehr richtig darauf. In diesem Fall spricht man von einer Insulinresistenz.

Mit der Zeit nimmt auch die Insulinproduktion ab. Die Behandlung beginnt meist mit Anpassungen Ihrer Ernährung, Bewegung und Tabletten. Später kann auch eine Insulintherapie notwendig werden.

Andere Formen

Daneben gibt es auch Formen der Zuckerkrankheit, wie den Schwangerschaftsdiabetes oder seltene Sonderformen, die hier aber keine Rolle spielen.

Was sind mögliche Langzeitfolgen der Zuckerkrankheit?

Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt nach und nach die Blutgefäße, besonders die kleinen Gefäße, die Ihre Organe versorgen. Dadurch kann es zu Durchblutungsstörungen und Schäden an verschiedenen Organen kommen. Diese betreffen besonders häufig die folgenden Organe:

  1. Augenschäden

    Hier spricht man von einer sogenannten diabetischen Retinopathie. Diese kann zu einer Einschränkung des Sehvermögens führen.

  2. Nervenschäden

    Hier spricht man von einer sogenannten diabetischen Neuropathie. Solche Nervenschäden können zu Missempfindungen, einem Kribbeln oder Taubheitsgefühlen führen.

  3. Herz-Kreislauf-System

    Durch Schäden an den Gefäßen, die Ihr Herz oder Ihr Gehirn versorgen, steigt das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle.

  4. Nierenschäden

    Die Nieren sind sehr gut durchblutet. Es ist daher nicht überraschend, dass Gefäßschäden auch zu Problemen mit der Niere führen können. Genau hier kommt also die CKD ins Spiel.

Wie hängt ein Diabetes mit der Niere zusammen?

Die Niere ist eines der ersten Organe, das bei schlecht eingestelltem Diabetes Schaden nehmen kann. Zu viel Zucker im Blut belastet die feinen Filtereinheiten der Niere dauerhaft. Sie verlieren nach und nach ihre Funktion, Eiweiß tritt in den Urin über, Abfallstoffe werden nicht mehr ausreichend gefiltert.

Diese Form der Nierenkrankheit nennt man in Fachkreisen eine diabetische Nephropathie. Sie ist in Deutschland und weltweit eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung einer CKD und kann ohne Behandlung bis in die fortgeschrittenen Stadien CKD 4 und 5 und damit bis zur Dialyse führen.

Doch: Nicht jede:r mit Diabetes bekommt automatisch CKD. Die Gefahr steigt aber mit der Dauer des Diabetes, der Höhe des Blutzuckers und dem Vorhandensein weiterer Risikofaktoren wie einem Bluthochdruck.

Wie wird geprüft, ob meine Niere betroffen ist?

Es gibt zwei einfache Wege, mit denen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihre Nierenfunktion im Blick behalten kann:

  • Die Nierenfunktion

    Über die sogenannte geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) kann Ihre Nierenfunktion geprüft werden. Die eGFR zeigt an, wie gut Ihre Nieren Ihr Blut filtern. Sinkt diese stark ab, spricht das für eine Schädigung der Nieren.

  • Protein im Urin

    Das Albumin-Kreatinin-Verhältnis im Urin (UACR) misst, ob die Eiweißkonzentration in Ihrem Urin steigt. Ein Anstieg der Eiweißkonzentration im Urin gilt als ein frühes Zeichen für Schäden an der Niere. Beide Werte sollten bei bestehendem Diabetes in der Regel mindestens einmal im Jahr kontrolliert werden. So kann man Veränderungen früh erkennen, oft lange, bevor Sie selbst Symptome spüren. Die genaue Häufigkeit und den Ablauf der Untersuchungen besprechen Sie aber immer mit Ihrem Ärzteteam.

Wie bekomme ich den Diabetes in den Griff?

Die gute Nachricht: Sie können sehr viel tun, um Ihre Nieren und den Rest Ihres Körpers zu schützen. Je besser Ihr Blutzucker eingestellt ist, desto geringer ist das Risiko für Folgeerkrankungen. 

Und vergessen Sie nicht: Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern langfristig dranzubleiben. Schon kleine Verbesserungen im Alltag machen einen großen Unterschied für Ihre Gesundheit.

Auf die folgenden Dinge sollten Sie besonders achten:

  • Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig ein

  • Achten Sie auf Ihre Ernährung

    versuchen Sie, weniger Einfachzucker und Fertigprodukte zu sich zu nehmen

  • Versuchen Sie, mehr frische und unverarbeitete Lebensmittel zu sich zu nehmen

  • Versuchen Sie, sich jeden Tag zu bewegen

    schon ein 30-minütiger Spaziergang kann helfen

  • Versuchen Sie, mit dem Rauchen aufzuhören

  • Behalten Sie Ihren Blutdruck und wichtige Laborwerte im Blick

  • Nehmen Sie an regelmäßigen Kontrolluntersuchungen teil

Quelle: Carealytix Digital Health GmbH – Mizu App (www.mizu-app.com)

  • Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) Diabetes Work Group. KDIGO 2022 Clinical Practice Guideline for Diabetes Management in Chronic Kidney Disease. Kidney Int. 2022 Nov;102(5S):S1-S127. doi: 10.1016/j.kint.2022.06.008. PMID: 36272764.
  • Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Int. 2024 Apr;105(4S):S117-S314. doi: 10.1016/j.kint.2023.10.018. PMID: 38490803.
  • Kumar M, Dev S, Khalid MU, Siddenthi SM, Noman M, John C, Akubuiro C, Haider A, Rani R, Kashif M, Varrassi G, Khatri M, Kumar S, Mohamad T. The Bidirectional Link Between Diabetes and Kidney Disease: Mechanisms and Management. Cureus. 2023 Sep 20;15(9):e45615. doi: 10.7759/cureus.45615. PMID: 37868469; PMCID: PMC10588295.