1. Unternehmen & Angebote
  2. Chronische Nierenerkrankung
  3. CKD im fortgeschrittenen Stadium
  4. CKD Artikel - Neu an der Dialyse? Grundlagen zur Ernährung

Neu an der Dialyse? Grundlagen zur Ernährung

Ihre Ernährung und Ihr Trinkverhalten sind als Dialysepatientin oder -patient sehr wichtig. Sie sollten beides im Vergleich zur Zeit vor der Dialyse anpassen. Beides hat Einfluss auf Ihr Wohlbefinden während der Dialyse und im Alltag.

Überblick

  • Da die Dialyse nicht die komplette Funktion der Nieren ersetzen kann, ist es sehr wichtig, Ihre Ernährung entsprechend anzupassen

  • Während Sie Kalium, Phosphat und Natrium reduzieren sollten, ist es wichtig, trotzdem ausreichend Kalorien und Eiweiß zu sich zu nehmen

  • Am besten ist eine Ernährung, die mithilfe eines professionellen Ernährungsberaters sowohl an Ihre Blutwerte als auch an Ihre Ernährungsvorlieben individuell angepasst ist

Welche Werte sind wichtig und wieso?

Wussten Sie, dass eine gute, dialysegerechte Ernährung als Dialysepatient mindestens genauso wichtig ist wie die Therapie selbst? Als Ihre Nieren noch uneingeschränkt funktionierten, waren sie für viele Aufgaben im Körper zuständig. Durch die chronische Nierenkrankheit (CKD) können sie diese Aufgaben nicht mehr erfüllen, weshalb Sie auf die Dialyse angewiesen sind. Um trotzdem möglichst gesund und ohne Probleme im Alltag zu leben, ist es äußerst wichtig, dass Sie Ihre Ernährung sowie Ihr Trinkverhalten bestmöglich an Ihr Leben mit Dialyse anpassen.

Mit einer auf Sie abgestimmten Ernährung können Sie mit ein paar Einschränkungen beim Essen auch sehr gesund und lange ohne Probleme leben. Andererseits kann eine falsche Ernährung als Dialysepatient leider zu vielfältigen Problemen führen. Diese belasten häufig Ihr Herz-Kreislauf-System und können sehr gefährlich sein.

Ein bisschen konkreter: Eiweiß, Kalium, Phosphat und Kalorien sollten Sie in Ihrer Ernährung besondere Aufmerksamkeit schenken. Je nach Restausscheidung ist es außerdem wichtig, möglichst wenig zu trinken. Letzteres kontrollieren Sie, wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, hauptsächlich über Ihre Gewichtsschwankungen.

  • Eiweiß - der Grundbaustein

    Eine optimale Eiweißzufuhr ist wichtig, um die Energiereserven des Körpers nicht aufzubrauchen. Eiweiße sind die Baustoffe unseres Körpers. Wir brauchen sie unter anderem zum Aufbau und Unterhalt der Muskulatur, zur Immunabwehr und als Bestandteil des Blutes. Eiweiß ist in tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Da bei der Dialyse Eiweiß verloren geht, ist der Tagesbedarf an Eiweiß bei Dialysepatienten im Vergleich zu Menschen, die keine Dialyse benötigen, um ca. 40 Prozent erhöht.

  • Kalium - der Überflieger

    Kalium ist in Ihrem Körper unter anderem für das Funktionieren Ihrer Muskeln verantwortlich. Fast 99 Prozent des Kaliums befinden sich in den Körperzellen, nur ein Prozent im Blut. Bei gesunden Nieren steuern diese maßgeblich den Kaliumpegel in Ihrem Körper. Wenn Ihre Kaliumwerte im Blut bei bestehendem Nierenversagen hoch sind, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie weniger Kalium über die Nahrung aufnehmen. Kalium steckt in allen Lebensmitteln, in manchen mehr, in anderen weniger. Während bei der Dialyse Kalium reduziert werden kann, steigt es in dialysefreien Intervallen sehr schnell wieder an. Beachten Sie außerdem, dass Sie sich nur dann kaliumarm ernähren sollten, wenn Ihr Blutkalium tatsächlich zu hoch ist. Zu wenig Kalium im Körper ist nämlich ebenfalls ungünstig.

  • Phosphat - das träge Mammut

    Während Kalium sehr schnell schwankt, verändert sich der Phosphatwert in Ihrem Körper eher langsam. Auch der Phosphathaushalt wird bei arbeitenden Nieren von ihnen geregelt. Auch wenn die Dialyse ein Stück weit unterstützen kann, schafft es die aktuelle Dialysezeit leider nicht, ausreichend Phosphat in Ihrem Blut zu reduzieren. Stark phosphathaltige Lebensmittel sollten Sie daher möglichst meiden. Zusätzlich können Sie Ihre Ernährung oft mit Phosphatbindern unterstützen. Diese Medikamente führen dazu, dass Phosphat im Darm gebunden und dadurch direkt wieder ausgeschieden wird. Achten Sie dabei auf die richtige Einnahme der Phosphatbinder, denn nur so sind sie wirksam. Besonders aufpassen sollten Sie außerdem bei verarbeiteten Produkten, da viele Zusatzstoffe eine konzentrierte Dosis an Phosphat enthalten.

  • Salz (Natrium) - der Blutdruckregler

    Natrium befindet sich unter anderem in Ihren Zellen. Eine seiner Aufgaben ist die gleichmäßige Verteilung von Wasser in Ihrem Körper. Zu viel Natrium im Körper macht durstig und erhöht den Blutdruck. Während man durch die Dialyse Natrium gezielt zuführen und entfernen kann, ist eine salzarme Ernährung bei chronischer Nierenkrankheit dennoch sehr wichtig. Sie senkt den Blutdruck, stellt sicher, dass blutdrucksenkende Medikamente besser wirken, und reduziert vor allem auch Ihren Durst.

  • Kalorien (Energie)

    Trotz der Einschränkungen bei Phosphat, Kalium und Salz ist eine ausreichende Energiezufuhr unentbehrlich. Sie ist die Grundlage, um alle Körperfunktionen (z. B. Herzschlag, Atmung, Kreislauf usw.) aufrechterhalten zu können. Fällt Ihnen auf, dass Sie keinen Appetit haben und sich deshalb über längere Zeit ungenügend ernähren, sollten Sie sich unbedingt an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden.

  • Am besten ist eine personalisierte Diät

    Es gibt keine Dialyse-Diät, die für alle Patientinnen und Patienten gleichermaßen gilt. Der Gesundheitszustand ist ein entscheidender Faktor bei der optimalen Anpassung und muss berücksichtigt werden. Eine qualifizierte Ernährungsberatung ist daher wichtig. Auch wenn es Veränderungen gegenüber Ihrem Ess- und Trinkverhalten vor der Dialysepflicht gibt bzw. geben wird, sollten Sie sich merken: Es gibt (fast) keine Verbote. In vielen Fällen genügt es, die Menge von Speisen mit nachteiligen Inhaltsstoffen zu reduzieren oder auf andere, ähnliche Produkte auszuweichen.

Quelle: Carealytix Digital Health GmbH – Mizu App (www.mizu-app.com)

  • Ikizler TA, Burrowes JD, Byham-Gray LD, Campbell KL, Carrero JJ, Chan W, Fouque D, Friedman AN, Ghaddar S, Goldstein-Fuchs DJ, Kaysen GA, Kopple JD, Teta D, Yee-Moon Wang A, Cuppari L. KDOQI Clinical Practice Guideline for Nutrition in CKD: 2020 Update. Am J Kidney Dis. 2020 Sep;76(3 Suppl 1):S1-S107.
  • Rodriguez NR. Introduction to Protein Summit 2.0: continued exploration of the impact of high-quality protein on optimal health. Am J Clin Nutr. 2015 Jun;101(6):1317S-1319S.
  • Wolfson M. Management of protein and energy intake in dialysis patients. J Am Soc Nephrol. 1999 Oct;10(10):2244-7.
  • Clase CM, Carrero JJ, Ellison DH, Grams ME, Hemmelgarn BR, Jardine MJ, Kovesdy CP, Kline GA, Lindner G, Obrador GT, Palmer BF, Cheung M, Wheeler DC, Winkelmayer WC, Pecoits-Filho R; Conference Participants. Potassium homeostasis and management of dyskalemia in kidney diseases: conclusions from a Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) Controversies Conference. Kidney Int. 2020 Jan;97(1):42-61.
  • Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD-MBD Update Work Group. KDIGO 2017 Clinical Practice Guideline Update for the Diagnosis, Evaluation, Prevention, and Treatment of Chronic Kidney Disease-Mineral and Bone Disorder (CKD-MBD). Kidney Int Suppl (2011). 2017 Jul;7(1):1-59.
  • Kalantar-Zadeh K, Fouque D. Nutritional Management of Chronic Kidney Disease. N Engl J Med. 2017 Nov 2;377(18):1765-1776.