1. Unternehmen & Angebote
  2. Chronische Nierenerkrankung
  3. CKD im fortgeschrittenen Stadium
  4. Die vier häufigsten Gefäßzugänge für Dialyse

Die vier häufigsten Gefäßzugänge für Dialyse

Um zu dialysieren, wird eine Verbindung zwischen Körper und Dialysesystem benötigt. AV-Fistel, Prothesenshunt, Zentralvenenkatheter und PD-Katheter werden Ihnen hier genauer erläutert.

Überblick

  • Um dialysieren zu können, benötigen Sie einen Zugang

    Eine Pforte, die das Zusammenspiel von Körper und Therapiesystem (z.B. dem Hämodialysegerät) ermöglicht.

  • Bei der HD gibt es drei häufige Arten von Zugängen: die AV-Fistel, den Prothesenshunt und den Dialysekatheter

    Die AV-Fistel sollte aufgrund geringerer gesundheitlicher Risiken immer die erste Wahl sein.

  • Bei der Bauchfelldialyse muss ein Katheter in den Bauch gelegt werden, um den Flüssigkeitsaustausch in der Bauchhöhle zu ermöglichen

Alles über AV-Fistel, PD-Katheter & Co.

Um eine Dialysebehandlung durchführen zu können, muss eine Verbindung zwischen Ihren Körperflüssigkeiten und den Therapiesystemen hergestellt werden. Das gilt sowohl für die Hämodialyse (HD) als auch für die Bauchfelldialyse (PD). Ein solches „Tor" in Ihren Körper ist das, was in diesem Artikel mit Zugang gemeint ist. Bei der Hämodialyse gibt es drei gängige Zugänge: die AV-Fistel, den Prothesenshunt und den Dialysekatheter. Zusätzlich gibt es einige weitere Optionen und Varianten für besondere, seltenere Fälle. Auf diese gehen wir hier aber nicht im Detail ein. Analog dazu benötigen Sie bei der Bauchfelldialyse einen sogenannten Bauchfelldialysekatheter.

Die drei Hämodialyse Optionen

  1. Option 1: die AV-Fistel

    Die umgangssprachlich als Fistel bezeichnete Verbindung ist die häufigste und bevorzugte Methode, um eine Hämodialyse zu ermöglichen. AV-Fistel steht dabei für arteriovenöse Fistel - sie wird auch Nativshunt oder einfach nur Shunt genannt. Sie ist eine Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene. Das wird gemacht, um einen ausreichend hohen Blutfluss zu ermöglichen. Eine solche Verbindung der zwei Blutgefäße nennt ein Arzt Anastomose. Nach der Anlage einer AV-Fistel müssen Sie die Fistel täglich trainieren, zum Beispiel mit einem "Stressball", bis sie nach vier bis sechs Wochen für die Dialyse bereit ist. Tasten Sie Ihren Shunt täglich ganz vorsichtig ab, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie er sich in gutem Zustand anfühlt. Wenn sich etwas am Fluss durch den Shunt ändert, können Sie das so schnell erkennen und umgehend ins Krankenhaus fahren. Bei der Dialyse werden übrigens beide Nadeln in Ihre Vene gelegt, die Arterie bleibt unangetastet.

  2. Option 2: der Prothesenshunt

    Ist eine AV-Fistel zum Beispiel wegen eines schlechten Blutgefäßstatus nicht anwendbar, kann als nächste Option ein Prothesenshunt verwendet werden. Er funktioniert im Prinzip wie eine AV-Fistel, jedoch werden Arterie und Vene mit einem Kunststoffmaterial verbunden. Am häufigsten werden dafür heute PTFE-Prothesen verwendet. Umgangssprachlich spricht man deshalb manchmal auch von einem „Gore-Loop" oder "Gore-Tex-Shunt".

  3. Option 3: der Dialysekatheter

    Funktionieren die ersten beiden Optionen nicht, wird ein Katheter in große Gefäße eingesetzt. Dieser ist meistens ein Zentralvenenkatheter und kann sowohl temporär als auch langfristig angelegt werden. Temporäre Katheter müssen verwendet werden, wenn zum Beispiel die AV-Fistel noch nicht bereit ist oder plötzlich nicht mehr funktioniert. Da der Dialysekatheter ein erhöhtes Infektionsrisiko hat, wird er seltener angelegt, wenn es auch andere Möglichkeiten gibt. Für ein Dialysezentrum ist der Anteil an Katheterdialysen sogar ein Qualitätsparameter. Dialysezentren haben also auch einen Anreiz, die Anzahl von Menschen mit Dialysekathetern möglichst niedrig zu halten.

Was sind Dialyse-Crashes?

Es kommt nicht selten vor, dass Menschen die Verschlechterung ihrer Nierenfunktion erst sehr spät bemerken und plötzlich mit der Dialyse beginnen müssen. Man spricht dabei oft von „Dialyse-Crashes". Diese Dialysen müssen dann mangels Alternativen über einen Dialysekatheter durchgeführt werden, bis ein anderer Gefäßzugang bereit ist. Um das zu vermeiden, ist es wichtig, dass Sie sich frühzeitig mit dem Thema Dialyse befassen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie von Anfang an mit Fistel, Prothesenshunt oder PD-Katheter dialysieren können. Das dient Ihrer eigenen Sicherheit und Gesundheit!

 

Quelle: Carealytix Digital Health GmbH – Mizu App (www.mizu-app.com)