Projekt soll Pflegepersonal vor Sucht schützen

"Pflege, aber klar!" geht an den Start

Gesetzliche Krankenkassen leisten mit ihren ganzheitlichen Angeboten zur betrieblichen Gesundheitsförderung einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesundheit von Beschäftigten und die Begleitung von Unternehmen auf ihrem Weg zum "Gesunden Unternehmen". Darum haben sechs Krankenkassen und der AMEOS Krankenhausgesellschaft Holstein mbH (AMEOS), unter der Leitung der Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e.V.(LSSH) ein Projekt zur Vermeidung von riskantem Suchtmittelkonsum von Pflegekräften entwickelt. Das Projekt "Pflege - aber klar!" ist bundesweit bisher einmalig und wird im Rahmen des Präventionsgesetzes und dem in Kraft getretenen Pflegepersonalstärkungsgesetz gefördert. Ziel ist es, einen möglichen Suchtmittelkonsum bei Mitarbeitenden zu vermeiden, indem Risikofaktoren identifiziert und der gesundheitsbewusste Umgang mit suchtauslösenden Situationen geübt wird.

Eine Sucht entwickelt sich nicht plötzlich. Sie entsteht über einen längeren Zeitraum, in dem ein anfangs schädlicher Gebrauch in einen Missbrauch übergeht, den Betroffene nicht mehr kontrollieren können. Den bestmöglichen Schutz vor einer solchen Entwicklung sicherzustellen, ist erklärtes Ziel dieses Projektes.
"Durch den möglichen Umgang von Pflegekräften mit potentiellen Suchtstoffen, zum Beispiel mit Schmerzmitteln und Amphetaminen, ist ein Missbrauch in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verhältnismäßig leicht möglich. Daneben zählen z.B. die anhaltend hohe Arbeitsbelastung, Störungen der Inneren Uhr und Schichtdienst zu weiteren Risikofaktoren für unsere Mitarbeitenden", so der AMEOS Krankenhausdirektor Andreas Tüting.
"Ein gesunder Ausgleich zum beruflichen Stress wird im Alltag immer schwerer, da der Dienstplan oft soziale Kontakte, feste Trainingszeiten oder langfristige Verabredungen schwierig macht. In einer solchen Situation ist der Griff - trotz besseren fachlichen Wissens - zu verschiedenen Suchtmitteln eine vermeintlich einfache Lösung. Und genau hier setzt unser Projekt an", bestätigt Björn Malchow von der LSSH.

"Wir haben uns viel vorgenommen", sagt Kirsten Budde, Vorständin der Novitas BKK, "denn wir kämpfen gegen den demographischen Trend – mehr alte und kranke Menschen bedeuten noch größeren Personalmangel in der Pflege. Aber gerade deshalb lohnt sich das Projekt auch: Wir wollen gemeinsam gesündere Strukturen und eine höhere Sensibilität der Beschäftigten erreichen. Indirekt helfen wir damit auch den Patienten."

Die beteiligten Krankenkassen sind die AOK Nordwest, BARMER, BKK Mobil Oil, KKH, Novitas BKK und TK.

Für Fragen zum Projekt wenden Sie sich bitte an die Projektleitung:
Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e.V.
Björn Malchow
Schreberweg 10
24119 Kronshagen
bjoern.malchow[at]lssh.de
https://lssh.de/

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